Jan Assmann übernimmt Halbwachs’ These von dem Primat der Gegenwart über die Vergangenheit, deren Darstellung immer von spezifischen Motiven, Erwartungen, Hoffnungen und Zielen geleitet ist, sowie von einem gegenwärtigen Bezugsrahmen geformt wird (vgl. J.Assmann 1992: 88).
Allerdings bezweifelt er, dass die Vergangenheit nur reine Rekonstruktivität ist. Seines Erachtens hat die Vergangenheit auch Einfluss auf die Gegenwart. Aleida Assmann schränkt jedoch ein, dass, wann und wie bestimmte historische Ereignisse erinnert werden, davon abhängig ist, ob Gruppen sie „zu relevanten und bleibenden Bezugspunkten ihres historischen Selbstverständnisses gemacht haben.“ (A.Assmann 2004: 5)
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