Archiv: Dezember 2008

Das kulturelle Funktions- und das kulturelle Speichergedächtnis

Jan Assmann übernimmt Halbwachs’ These von dem Primat der Gegenwart über die Vergangenheit, deren Darstellung immer von spezifischen Motiven, Erwartungen, Hoffnungen und Zielen geleitet ist, sowie von einem gegenwärtigen Bezugsrahmen geformt wird (vgl. J.Assmann 1992: 88).

Allerdings bezweifelt er, dass die Vergangenheit nur reine Rekonstruktivität ist. Seines Erachtens hat die Vergangenheit auch Einfluss auf die Gegenwart. Aleida Assmann schränkt jedoch ein, dass, wann und wie bestimmte historische Ereignisse erinnert werden, davon abhängig ist, ob Gruppen sie „zu relevanten und bleibenden Bezugspunkten ihres historischen Selbstverständnisses gemacht haben.“ (A.Assmann 2004: 5)

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Das kulturelle Gedächtnis

Gemeinsam mit seiner Frau, der Literaturwissenschaftlerin Aleida Assmann, begründete der Ägyptologe Jan Assmann den Begriff des kulturellen Gedächtnisses. Die in der Definition dieses Begriffes enthaltene grundlegende Annahme ist, dass sich das Bewusstsein und das Gedächtnis des Einzelnen nur durch die Teilnahme an Interaktionen und kommunikativen Prozessen mit anderen Individuen aufbauen können. Damit folgen Assmanns dem Soziologen Maurice Halbwachs.

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Einführung

In diesem Blog wird der Begriff der Erinnerungskultur in unterschiedlichen Perspektiven und von unterschiedlichen Standpunkten beschrieben und diskutiert werden.

Gegenwärtig ist Erinnerungskultur ein geradezu geflügeltes Wort, so wird dieser Begriff in den unterschiedlichen Kontexten verwendet. Doch was genau bedeutet das eigentlich? Eine Kultur die aus Erinnerungen besteht? Erinnerungen die von Kultur bestimmt sind? Eine Kultur, die sich erinnert?

Im Mittelpunkt der Beiträge steht vor allem die nationalsozialistische Vergangenheit mit besonderem Schwerpunkt der Shoah.