Pierre Noras lieux de mémoire

Pierre Noras Konzept der lieux de mémoire, der Erinnerungsorte nimmt die Halbwachssche Trennung zwischen Geschichte und Gedächtnis auf. Erinnerungsorte „können geographische Orte, Gebäude, Denkmäler und Kunstwerke ebenso umfassen wie historische Persönlichkeiten, Gedenktage, philosophische und wissenschaftliche Texte oder symbolische Handlungen.“ (Erll 2005: 23). Diese Orte konstituieren kein kollektives Gedächtnis, sondern sind vielmehr als Überbleibsel eines nationalen Gedächtnisses, welches sich im 20. Jahrhundert zerfällt. „Für Nora befindet sich die heutige Gesellschaft in einem Übergangsstadium, in dem die Verbindung zur lebendigen, gruppen- und nationenspezifischen, identitätsbildenden Vergangenheit abreißt. Daher fungieren Erinnerungsorte als eine Art künstlicher Platzhalter für das nicht mehr vorhandene, natürliche kollektive Gedächtnis.“ (Erll 2005: 23)

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