Transnationale Erinnerung an die Shoah

Wir befinden uns in einer Epoche des Gedenkens. Inzwischen gibt es in den unterschiedlichen Ländern auf der ganzen Welt, Holocaust Memorial Museums. Im Januar 2000 gab es eine internationale Holocaust-Konferenz in Stockholm, zu der ca. 600 Deligierte, darunter überwiegend europäische Politiker, Wissenschaftler und Zeitzeugen aus über 40 Nationen zusammen kamen. Den Abschluss dieser Konferenz bildet die Verabschiedung einer gemeinsamen Deklaration zur Bekämpfung jeglicher Form von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Antisemitismus. Für viele Forscher bildet diese Konferenz einen Wendepunkt im Erinnerungsdiskurs, weg von nationalen hin zu globalen Gedächtnisformen.

Das Gedenken an und die Vermittlung des historischen Ereignis – der nationalsozialistische Völkermord an sechs Millionen Juden – scheint zumindest in den westlichen Nationen wichtiger Bestandteil der Erinnerungskultur zu sein. Angesichts der beschriebenen Entwicklungen, stellt sich die Frage, ob sich in der Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus, insbesondere an die Shoah ein nationenübergreifendes, transnationales Gedächtnis herausgebildet hat. Allerdings sind Begriffe wie Universalisierung, Globalisierung, Europäisierung, Kosmopolitisierung oder Transnationalisierung der Erinnerung meines Erachtens empirisch noch nicht ausreichend fundiert.

Auch die Bedeutung der Begriffe kulturelle, kollektive oder auch soziale Erinnerungen sind in ihrer Verwendung nicht immer eindeutig bzw. mehrdeutig. Ursache für diese Uneindeutigkeit sind vor allem die Vielzahl der zum Teil sehr heterogenen Konzepte und Definitionen. Wichtige Grundlage bilden folgende  Begriffsdimensionen: Erinnern ein Prozess ist, Erinnerungen dessen Ergebnisse sind und das Gedächtnis eine Fähigkeit oder eine veränderliche Struktur ist, welches nicht beobachtet werden kann.

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